LKA-History – Kunstkriminalität – Ein spektakulärer Fall aus dem Jahr 2006

Nach über 25 Jahren war „Nadja“, ein Portrait des bekannten Künstlers Emil Nolde, im Jahr 2006 wieder aufgetaucht. Das Ölgemälde war vor seinem Verschwinden bei einer Speditionsfirma in Freiburg im Breisgau eingelagert. Von dort war es zwischen Oktober 1977 und September 1979 auf ungeklärte Art und Weise verschwunden.
Ein betagter Kunstsammler aus der Nähe von Ladenburg/Rhein-Neckar-Kreis fand im Jahr 2006 das Bild, das ihm nicht gehörte, bei Aufräumarbeiten in seinem Dachgeschoss.
Zur Klärung der Eigentumsverhältnisse übergab der Finder das Portrait der Polizei in Ladenburg. Diese schaltete zur Identifizierung des Gemäldes die Kunstermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA) ein. Mit Hilfe ihrer Bilddatenbank ‚Kunst und Antiquitäten’ stellten die LKA-Experten rasch fest, dass es sich um das seit fast drei Jahrzehnten verschollene Nolde-Gemälde „Nadja“ handelt.
Um letzte Sicherheit über Identität und Authentizität des Nolde-Gemäldes zu erlangen, legten die LKA-Ermittler das Bild auch der Nolde Stiftung in Seebüll/Schleswig-Holstein vor. Deren Direktor bestätigte die Echtheit des Ölgemäldes, das seinerzeit einen geschätzten Marktwert von einer halben Million Euro hatte.
Das Portrait entstand 1919 und ist im von Nolde (1867 – 1956) geführten Verzeichnis seiner Werke genannt. Erstbesitzer war Dr. Walther Rathenau, der 1922 ermordete Außenminister der Weimarer Republik.
Der Begriff Kunstkriminalität umfasst neben dem (Kunst-)Diebstahl auch Straftaten wie Betrug, Unterschlagung, Hehlerei und Urheberrechtsverletzungen bei welchen Kunstgegenstände wie Gemälde, Skulpturen, sakrale und archäologische Gegenstände entwendet oder anderweitig abhandengekommen sind sowie das in Umlauf bringen von Fälschungen dieser Gegenstände.
Auch die Bereiche Raubgrabung, Beutekunst und der illegale Handel mit Kulturgütern gehören dazu.
Der Schwerpunkt der Ermittlungen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg liegt im Bereich der Kunstfälschungen.
Der Aufgabenbereich umfasst neben der Bearbeitung von Ermittlungsverfahren auch die Fahndung nach Kunstgegenständen und entwendeten Kulturgütern. Zentrale Ansprechstelle für den Bereich Kunstkriminalität ist die Inspektion 310 beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

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